A Fool with a Tool | Warum Tools keine Probleme lösen

Ein Idiot mit einem Werkzeug ist immer noch ein Idiot.

oder

Das Beste Werkzeug hilft nicht, wenn der Prozess und die Fähigkeiten nicht stimmen.

andere Variante.

Ein Tool ist einfach wenn man den Prozess begiffen hat.

©Coverman / pixelio.de

©Coverman / pixelio.de

 Da ist sie wieder die Idee,

"Wenn wir das Werkzeug verwenden, wird alles besser."

Ich kann es nicht mehr hören!

Kein Werkzeug wird die Probleme lösen, wenn sie nicht in der Lage sind die Probleme händisch zu lösen.

 Leider ist es nicht das erste Mal, dass diese Idee durch die Köpfe des Management geistert.

Jetzt geht es soweit, dass man Mitarbeiter nur noch einstellt, wenn sie eine Zertifizierung in der Bedienung eines Werkzeugs haben.

Wenn das Werkzeug so schrecklich ist, dass man ein Zertifikat benötigt, um mit dem Werkzeug umgehen zu können, sollten Sie sich schnellstmöglich von diesem Werkzeug trennen.

Ja, einige Werkzeuge benötigen ein wenig Training um damit arbeiten zu können.
Und natürlich sind in jedem Werkzeug, wenn es denn halbwegs sinnvoll für die Zielgruppe gebaut ist, auch Funktionen darin, die  demjenigen, der mit diesem Fachbereich nichts zu tun hat, absolut unverständlich sind.

Ein Zertifikat sagt typischerweise überhaupt nichts.

Ja, ich weiß die gesamten Auditoren werden aufschreien, aber ich habe es erlebt das in einer Firma soeben ein ISO 9001 Audit durchgeführt worden ist, während parallel dazu in einem anderen Projekt in Taskforce Modus herauskam dass sämtliche ISO 9001 bezogenen Aktivitäten meilenweit von jeglichen Vorgaben dessen entfernt waren, was gerade zertifiziert wurde.

Wenn Sie gute Mitarbeiter haben wollen, aber voraussetzen, dass diese Ihnen erst einmal 37 Zertifikate präsentieren, bevor diese in die engere Auswahl kommen, garantiere ich Ihnen ein Versagen bei der Personaleinstellung.

Es gilt der Satz:

Gute Mitarbeiter werden Ihnen jeden Job im Unternehmen erledigen.

 Bei den anderen muss man sich halt anschauen, ob man mit den Mitarbeitern wirklich arbeiten möchte.

Meine Erfahrung in Unternehmen hat mich gelehrt, dass 80-90 % der Mitarbeiter ist gratis motiviert sind und ihre Motivation durch den Irrsinn des Managements und durch falsche Werkzeuge, sowie unsinnige Vorschriften zunichte gemacht wird.

Die Mitarbeiter machen dann Dienst nach Vorschrift.
 

Der Taskforce Modus geht weiter.

Da hatte ich gerade kürzlich das Gespräch mit einem ehemaligen Kollegen, der sich aufopfernd darum bemüht sinnvoll Prozesse im Unternehmen umzusetzen, sodass diese Prozesse wirklich dazu beitragen die Qualität der Produkte, sowie die Entwicklungsgeschwindigkeit zu beschleunigen.

Allerdings hat er die Rechnung wohl nicht mit den Team und Abteilungsleitern gemacht, die ihre Aufgabe darin sehen, sich darüber zu profilieren, dass sie als Taskforce Manager die Kuh vom Eis holen.

Leider ist das Management – welches sowieso der Meinung ist das Qualität durch die Liefergeschwindigkeit behindert – eher geneigt diesen  „besonderen Helden“ glauben, weil es wohl selber nie in einer sinnvollen Umgebung gearbeitet hat.

Das Tool funktioniert nicht.

 ja, das ist natürlich klar oder?

Natürlich funktioniert das Tool nicht, und natürlich hilft es hier überhaupt nichts, solange diese angeblichen Führungskräfte – in meinen Augen sind es reine Vorgesetzte (also Leute die einem vorgesetzt wurden) – nach Kräften jeglichen Prozess torpedieren um sich selbst ins Recht und andere ins Unrecht zu setzen.
Wenn eine solche Firmenkultur etabliert ist, muss man wohl mit einem ganz heftigen Besen da einmal hindurch gehen und in der Eifel sagt man so schön:

der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.

Kann man das nicht ein wenig netter formulieren?

Natürlich kann ich das, aber selbst das was ich hier sage ist absolut freundlich dargestellt.

Wenn wir nicht mehr in der Lage sind Ross und Reiter zu nennen, ein Versagen als ein solches zu benennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, stattdessen dann mit Samthandschuhen und Psychologengeflüster versuchen die Situation zu optimieren ist das in meinen Augen ein Griff ins Klo.

Bekommen Sie Ihre Prozesse unter Kontrolle!

Prozesse sind nichts anderes als klar definierte Abläufe welche Ihnen folgende Punkte definieren.

  1. Welche Arbeitsprodukte sind notwendig um den Prozess zu starten, bzw.
  2. Welche Arbeitsprodukte sind notwendig damit der Prozess weitergehen kann.
  3. Wie werden die hereinkommenden Arbeitsprodukte manipuliert/geändert.
  4. Wer, macht was, wann, wo.
  5. Was ist das was dabei herauskommt, und
  6. wie kann man das messen?

 Wenn sie ihre ISO 9001 auch nur halbwegs ernst nehmen, bzw. wenn sie diese auch nur halbwegs verstanden haben dann wissen Sie dass der Zyklus PDCA (Plan, Do, Check, Act)  in jedem Umfeld gilt.

Wenn Sie im Taskforce Modus landen, so wissen Sie dass dies ein Managementversagen war, egal auf welcher Ebene.
(Die seltenen Ausnahmen einer versagenden Technik mal ausgenommen, aber die machen nur ca 1%)

Das kann das Projektmanagement gewesen sein, dass übergeordnete Management oder die Geschäftsführung!

Ab und an muss man Leuten auf die Füße treten!

Aus meiner Erfahrung heraus ist es so, dass 95-99 % aller Taskforce Modus dadurch entstanden sind, dass man zugesagte Ressourcen nicht bereitgestellt, bzw. die Planungen des Projektleiters ignoriert hat.

Wenn Sie jetzt glauben dass man das Problem dadurch gelöst, dass man ein besseres Tool einführt ist das vollständig daneben.

Jetzt gerade an diesem Wochenende erzählte mir ein ehemaliger Mitarbeiter einen sehr großen deutschen Firma dass man über Jahre hinweg immer wieder festgestellt hat dass der Mitarbeiter war völlig überlastet ist in den Aufgaben daraufhin hat man dann ein neues Werkzeug eingeführt um festzustellen:

der Mitarbeiter A ist überlastet.

Nun denn man hat wieder ein neues Werkzeug und eine neue Methode eingesetzt um wieder herauszufinden:

der Mitarbeiter A ist überlastet!

Dann hat man nun die ganz neue tolle Methode gefunden, die die momentan so als Sau durchs Dorf getrieben wird um festzustellen:

der Mitarbeiter A ist überlastet.

Schwarmdummm so blöd sind wir bloß gemeinsam

 ist ein Buch von Professor Gunter Duek.

 Es ist lesenswert!

Das Werkzeug hilft nur wen man das Hirn einschaltet