Managementgerecht oder Richtig?

Immer wieder erlebe ich, dass es heißt: „Aber „das Management[1]“ will das so.“..... Ist das wirklich so?

Nun denn - es gibt 3 Arten von „Managern “.
Die Vorgesetzten, die Führungskräfte (Executive) und die gehobenen Führungskräfte (Senior Executive).

Woran erkennt man denn nun: Wer ist was?
Gewiss haben sich viele von Ihnen bereits in die Kategorie Führungskraft / gehobene Führungskraft eingeordnet, aber wie kommen Sie zu dieser Einschätzung?

Kleiner Exkurs zur Begriffsbestimmung:

(Die Fußnoten beziehen sich auf real existierende Personen)
Als Berater / Externer kommt man mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen. Von ganz Oben bis ganz Unten - sofern man sich dazu nicht zu fein ist.
Meine Meinung:
Gute Manager sind unbequemen nach Oben und angenehm nach unten. Schauen wir einmal.

Wenn eine Firma in einem Jahr 30% Ihrer Mitarbeiter verliert und in jedem Exit-Gespräch 2 „Manager“ als Ursache genannt werden, so sind hier wohl Vorgesetzte am Werk.[2]

Wenn in einer Firma einer von 2 Geschäftsführern geht und dann im ½ Jahr später (ohne das irgendjemand dem Gegangenen folgt) 50% der Belegschaft kündigt, so kann man wohl davon ausgehen, dass derjenige, welcher gegangen ist eine Führungskraft war.[3][4]
Der Andere wohl eher ein Vorgesetzter.

Wenn es heißt: „Ja wir wissen, dass die Person nicht taugt, können Ihn aber (wegen....) nicht entlassen.[5]“, so ist lässt man also Mitarbeiter unter „dieser Person“ wissentlich ins Messer laufen um dann später es doch zu machen, während man sich in dieser Zeit die Mitarbeiter vergrätzt hat.
Persönliche Einschätzung - nicht mal ein Vorgesetzter.[6]

So nun noch mal.

Was sind Sie?

Vielleicht fangen wir mit ein paar Checklisten zur Bestimmung für Ihre Person an, sofern Sie Mitarbeiter führen:

  1. Wieviel Zeit (in %) verbringen Sie / Woche mit ihren Kollegen an deren Schreibtisch?
  2. Wieviel Zeit verbringen Sie in Meetings (in%)?
  3. Wie oft müssen Mitarbeiter Statusberichte ändern? (in%)
  4. Wie viel Task Force haben Sie? (in%)
  5. Wer geht bei Ihnen die Karriereleiter hoch?
    1. Der Stille der die Arbeit erledigt?
    2. Derjenige, der die Task Force „abfackelt“?
  6. Wie hoch ist Ihre Fluktuation?
  7. Wie gut ist die Qualität der Produkte [Feherrate (in %)]
  8. Wie gut funktionieren die Prozesse in Ihrem Unternehmen?
    Exzellent= 100% ... so lala = 50% ... Haben wir nicht = 0%
  9. Wie gut funktionieren die Prozesse in Ihrer Abteilung / bei Ihren Kollegen?
    Exzellent= 100% ... so lala = 50% ... Haben wir nicht = 0%
  10. Wieviel Zeit nimmt das Reporting zum Management ein?

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Weiter und unten erkläre ich Ihnen, was das mit Managementgerecht oder Richtig zu tun hat

Managementgerecht......[7]

Jegliche Darstellung muss auf einem „One Pager“ dargestellt werden.
Es muss in der Ampel - Grün, Gelb, Rot dargestellt werden. Alles andere ist nicht erlaubt - genauso wenig wie rote Projektstatus.

Details werden nie nachgefragt und der Chef ist der Einzige, der keine Technische Ahnung hat.......
Wenn es Nachfragen gibt sind die ausschließlich finanzieller Natur.

Klar muss es Vorlagen geben, aber die Ermittlung der Staus muss dann nach klaren und nicht interpretierbaren Regeln laufen...
Ist es nicht doch Gelb???, wobei das Projekt mit Schwarz (als Fortführung von Dunkelrot) noch sehr wohlwollend beschrieben war.

Vorgesetzte mögen keine schlechten Nachrichten und reagieren „allergisch darauf“.

Es dauert lange, bis dass das Problem dem Management bekannt wird, es „rollen Köpfe“ (fast immer die Falschen) und dann wird mit Vehemenz das Produkt mit marginaler Qualität auf den Markt gebracht.

Die Liste könnte länger werden....

Richtig

Da war was...
In der Staus Darstellung eines Projektes, welches ich gerade übernommen hatte waren de facto alle Punkte Schwarz.[8]
Der Geschäftsführer fragte mich wie es sein könne, dass ich es so negativ darstelle, immerhin hätte man gerade den ISO 9001 Audit erfolgreich bestanden.
Meine Antwort war nett formuliert aber inhaltlich etwa so:
„Das Zertifikat können Sie in die Tonne treten, es hat nichts mit dem Leben zu tun, schauen Sie mal hier, hier und hier .....“

Nach dem Meeting sagte der Entwicklungsleiter zu mir, dass er es in 20 Jahren in der Firma noch nicht erlebt habe, dass die gesamte Führungsriege für 30 Minuten komplettes Stillschweigen gewahrt hätte.
„Sie haben denen übers Maul gefahren, aber sich haben mit allem was Sie gesagt haben Recht!“

Das Ergebnis war, dass ich - nach erfolgreicher Rettung des ersten Teils des Projektes „entlassen wurde“ der 2te Teil des Projektes wurde von jemand anderes übernommen, der dann nach ähnlich langer Zeit wie ich gegangen ist und dann hat man in der Firma gelernt.

Alles wurde wieder unter Normalbedingungen gemacht. Es dauerte dann statt 7 Monate 28 Monate, aber den Animositäten wurden stattgegeben. Die Millionen verbrannt, und das Management (der Vorgesetzte) ist wieder glücklich.......

 

Ja, als Angestellter ist das etwas schwieriger, da hängt dann ja die Existenz dran. Als Freiberufler und Berater wird man ja geholt um „die Kohlen aus dem Feuer zu holen“ und um „an allem Schuld“ zu sein.

Was ist denn das, was Sie wollen?

Wollen Sie „die Wahrheit und nichts als Die Wahrheit“ oder wollen Sie es Managementgerecht?

 

Ihre Entscheidung .... Und Ihre Konsequenzen

 

Hier nun das meiner Meinung nach richtige Verhältnis.

 

  1. Wieviel Zeit (in %) verbringen Sie / Woche mit ihren Kollegen an deren Schreibtisch?
    1. Je Mehr desto besser - sie sind am Puls der Zeit[9]
  2. Wieviel Zeit verbringen Sie in Meetings (in%)?
    1. Je Mehr desto schlechter, 80% aller Meetings sind Zeitfresser, von morgendlichen 5 Minuten runden mal abgesehen[10]
  3. Wie oft müssen Mitarbeiter Statusberichte ändern? (in%)
    1. Je mehr desto schlecht - [11]
  4. Wie viel Task Force haben Sie? (in%)
    1. Je mehr Sie haben, desto größer ist das Managementversagen.
      Yep VERSAGEN
      Technische Task Forces sind sehr, sehr selten, die meisten Task Forces kommen aus der Ignoranz des Managements in Bezug auf Zeit und Aufwand.
      [Das geht schon ...--> Doch nicht]
  5. Wer geht bei Ihnen die Karriereleiter hoch?
    1. Der Stille der die Arbeit erledigt?
      1. Der sollte es sein, weil er derjenige ist, der einfach macht
    2. Derjenige, der die Task Force „abfackelt“?[12]
      1. Der mag es sein, ist es aber typischerweise nicht.
        Oftmals sind die TF Manager diejenigen, welche das Projekt erst in den Modus gefahren haben (oder gegenüber dem Management bei Budgetkürzung und mangelnden Ressourcen NICHT gemault haben).
        Er macht es teilweise so, dass er sich profilieren kann und dann aufsteigen kann.....
  6. Wie hoch ist Ihre Fluktuation?
    1. Je höher, desto schlechter.
  7. Wie gut ist die Qualität der Produkte [Fehlerrate (in %)]
    1. Je besser Sie werden, desto mehr Fehler finden Sie
    2. Je schlechter Sie werden, desto mehr Fehler findet der Kunde.
  8. Wie gut funktionieren die Prozesse in Ihrem Unternehmen?
    Exzellent= 100% ... so lala = 50% ... Haben wir nicht = 0%
    1. Klar - je höher der Wert, desto strukturierter werden Ziele erreicht.
  9. Wie gut funktionieren die Prozesse in Ihrer Abteilung / bei Ihren Kollegen?
    Exzellent= 100% ... so lala = 50% ... Haben wir nicht = 0%
    1. Auch hier, je höher der Wert, desto strukturierter werden Ziele erreicht.
      Wenn Sie besser sind als in der Firma selbst, so ist das der Richtige weg
  10. Wieviel Zeit nimmt das Reporting zum Management ein?
    1. Mehr als 2 Stunden / Woche ?
      Dann stimmt etwas gar nicht.
      Die Toolkette mag es auch sein, aber oftmals Ihr eigener Vorgesetzter......

[1] Das wird gerne als ominöses Gebilde vorgeschoben

[2] ASS

[3] HPD

[4] Management by Fallobst: Wenn Entscheidungen reif sind, fallen sie von selbst.

[5] MWI

[6] JHM

[7]https://www.wirtschafts-abc.com/management-champignon

[8] MKN

[9]de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_von_Conway

[10]www.omnisophie.com/bucher/schwarmdumm-so-bloed-sind-wir-nur-im-team/

[11] Wie kann es sein, dass Mitarbeiter, welche sonst gut sind, scheinbar keien Berichte schreiben können?

[12] Management by Babysitter:
Man kümmert sich um die Angelegenheit, wo jemand am lautesten schreit.