Über die Qual grottenschlechter Politik und Management

Wer miterlebt wie Groß- und Klein-Projekte vor die Wand gefahren werden, kann sich beim Management einschmeicheln oder es besser machen, wobei letzteres nicht gewünscht ist.

Wie erschreckend ist es eigentlich, dass so gut wie Projekt in Time und in Budget getätigt wird?

Qualität gibt es dann auch nicht so wirklich!

In der Eifel sagt man:

"Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken"

 

Das Folgende ist mit Wut im Bauch geschrieben

Stephan Bratek/geralt  / pixelio.

So in etwa muss man sich den Zustand vortsllen

Stephan Bratek/geralt  / pixelio.

So in etwa muss man sich den Zustand vortsllen

Kauf mir bitte ein Auto in Deutschland

sagt der Chinesische Geschäftsmann.
Daimler, BMW, VW und andere Hersteller produzieren längst in China, trotz alledem vertraut der chinesische Geschäftsmann seinen eigenen Landsleuten nicht, dass sie Qualität wie in Deutschland herstellen.

 Der chinesische Geschäftsmann möchte, dass man ihm ein Auto in Deutschland kauft, ihm dabei hilft, das Auto per Schiff nach China zu schicken und dort, trotz extremer Zölle etc. ein tatsächliches deutsches Auto zu bekommen.

Das ist mir völlig unverständlich.

Made in Germany hat mit Qualität nicht notwendigerweise etwas zu tun.
Es mag natürlich einem chinesischen Geschäftsmann so erscheinen, dass die über Jahrzehnte in der deutschen Wirtschaft aufgebaute Anerkennung der deutschen Ingenieurskunst sich ausschließlich in Deutschland widerspiegelt, aber in der Zwischenzeit, sehe ich das leider vollständig nicht mehr gegeben.

Professionalität vs.  Dilettantismus

Der politische Aspekt.

Wenn es darum geht Versagen zu kaschieren, wird oftmals das Argument angeführt, dass es politisch so gewollt ist.

Was hier oftmals/mehr oder weniger immer vergessen wird, ist die Tatsache, dass dieser politische Wille, ausschließlich von Einzelpersonen kommt, welche nicht die Meinung der Wähler widerspiegeln, ansonsten hätte man sich schon längst dazu durchgerungen die im Grundgesetz existierende Volksabstimmung durchzusetzen.

Wenn ich mir anschaue, wie kleine und große Projekte „durchgezogen“ werden und was die tatsächlichen Ergebnisse sind, so ist dieses Verhalten rational, außer in der Annahme von

  • schlichtweg Inkompetenz (dann gehört die Person da nicht hin),
  • Kriminalität (dann gehört die Person da auch nicht hin),
  • Korruption (dann gehört die Person da auch nicht hin),
  • Geldgier (dann gehört die Person da auch nicht hin), oder schlichtweg
  • durchgängiger technischer Ignoranz/Unfähigkeit, die grundlegenden Prinzipien von Physik, Mathematik und Chemie zu verstehen (dann gehört die Person da auch nicht hin)

nicht mehr zu erklären.
Großprojekte wie die Hamburger Elbphilharmonie, der Flughafen in Berlin (BER) und natürlich auch Stuttgart 21 sind alles politisch (also ausschließlich durch Meinung und nicht Fakten gedeckt) gewollte Projekte.

 Technisch gesehen, ökologisch gesehen etc. hätte es sehr viele andere Möglichkeiten gegeben, aber man will sich ja irgendwie einen Eintrag im Geschichtsbuch verschaffen.

Industrie

Wenn Sie nun glauben, dass in der Industrie ein anderes Verhalten an den Tag gelegt wird, so sind Sie mehr als schief gewickelt.
Gerade diesen Donnerstag sprach ich mit mehreren Kollegen, und die einhellige Meinung war:

" es ist erschreckend mit welcher Inkompetenz das Management sicherheitskritische,
zeitkritische oder qualitätskritische Objekte betrachtet."

"Es geht nur darum den Quartalsgewinn zu erreichen, Langfristiges Überleben ist nicht von Interesse."

Wenn in einem Projekt, welches die Sicherheit von Menschenleben betrifft, nur auf Druck des Managements ( oder einer falsch verstandenen Einstellung zur eigenen Arbeit) eine Freigabe eines Produktes getätigt wird welches fünf schwerwiegende sicherheitskritische Mängel aufweist, dann mögen Sie denken, dass das nicht so oft passiert, ich würde eher, aufgrund meiner Erfahrung sagen, dass es zum Glück nur fünf sind, ich habe schon ganz andere Sachen erlebt.

Von nichts eine Ahnung, davon viel.

Sämtliche dieser Projekte fallen dadurch auf, dass diese

  • den finanziellen Rahmen extrem sprengen,
  • die Qualität durchweg mit mangelhaft noch sehr wohlwollend beschrieben ist, und
  • die Zeitrahmen um das zigfache überschritten werden.

Gleichzeitig ist die Finanzierung der Projekte durch einen direkten Zugriff auf das Portmonee des Bürgers „abgesichert“.

Die können nicht mal rechnen.

Es mag ja vielen Managern und Politikern nicht mehr auffallen, aber die Akzeptanz eines Vorgesetzten (Führungskräfte scheint es überhaupt nur selten zu geben) hängt unter anderem von der Fähigkeit ab, die Grundrechenarten zu beherrschen.
Das Schlimmste daran ist, dass die Bedenken in Bezug auf die Finanzierbarkeit, die technische Durchführbarkeit und die Qualität vorab von Menschen geäußert wurden, die wissen wovon sie sprechen. Diese Menschen werden leider fast immer ignoriert.

Wie es ja auch in der Zwischenzeit mit dem NETZWDG offenkundig ist, wird einfach jegliche "unpassende" Meinung wegzensiert und später dann, sollte irgendetwas schiefgehen (was von vornherein eigentlich jedem halbwegs intelligenten Menschen klar ist) kann man sicher immer noch darauf berufen, man hätte es nicht gewusst.

Dass sich "der kleine Mann" dagegen wehr ist vielleicht verständlich.

Das Gegenteil von gut ist," gut gemeint".

Tatsächlich, wenn man auf Industrieprojekte schaut, ist eine solche Situation in Bezug auf Projekte, nämlich die Tatsache, dass diese

  • finanziell,
  • qualitätstechnisch
  • budgettechnisch

 aus dem Rahmen fallen, mehr oder weniger trauriger Standard im Projektgeschäft.

Die tatsächlichen Kompetenzen in Bezug auf die Einschätzung der Finanzen, nämlich die erfahrenen Techniker und Projektleiter, werden mit sämtlichen Aufgaben und Einschätzungen beauftragt, nur beim Geld ignoriert man deren Expertisen.

Das ist auf dem Intelligenzniveau einer Zimmerpflanze, ohne diese beleidigen zu wollen.

Das führt dann dazu, dass typischerweise

  • Projekte mit ca. 50 % des notwendigen Budgets gestartet werden,
  • innerhalb kürzester Zeit festgestellt wird
    • dass der Projektleiter ja tatsächlich Ahnung hatte
    • nun signifikant Geld nachgepumpt werden muss,
  • weiterhin die Aussagen des Projektleiters ignoriert werden, und
  • über Jahre hinweg (der Flughafen Berlin ist ein klassisches Beispiel für Totalversagen sämtlichen Projektgeschäfts, Politik und Management) vor sich hin gewurstelt wird, ohne irgendein Produkt zu bekommen,
  • während natürlich gleichzeitig irgendeine Melkkuh verwendet wird, um die Finanzierung einer Totgeburt aufrecht zu erhalten.

Angriff auf die Inkompetenz des Managements und der Politik.

Ja, ich weiß, wenn man hier von Inkompetenz im Management spricht, ist man ein nicht gern gesehener Gast.

Leider ändert sich nichts, wenn man vor Problemen die Augen verschließt.
Wenn Sie glauben, dass jemand zu einem guten Manager wird, wenn er Management studiert hat, oder wenn er Betriebswirtschaft studiert hat, dann glauben Sie auch das Zitronenfalter Zitronen falten.

Nicht nur ich bin der Meinung, dass hier signifikante Management Inkompetenz herrscht, Professor Dueck ("Schwarmdumm, so blöd sind wir nur gemeinsam" Campus Verlag“) zeigt nicht nur in seinen Büchern sondern auch in seinen Vorträgen, dass ein Umdenken stattfinden muss.

Die Liste der Personen, welche sich hier – völlig zu Recht – über irgendeinen Schwachsinn aufregen, welcher signifikant das Überleben der Firma und der darin arbeitenden Menschen gefährdet, wird prinzipiell täglich größer und es gibt im Prinzip zwei daraus resultierende Möglichkeiten.

  1. Man akzeptiert das, was einem vom Management vorgesetzt wird, arbeitet es widerspruchslos ab und ist in seinem Motivationsfaktor auf Null gesunken, Einstellung heißt dann grundsätzlich
    "nach mir die Sintflut" oder
    "ich mache, was man mir sagt"
  2. man regt sich darüber auf, versucht Aktionen dagegen zu unternehmen und wird mit großer Wahrscheinlichkeit innerhalb kürzester Zeit innerhalb der eigenen Firma als Querulant abgetan und sich nach einer neuen Stelle umschauen.

Natürlich mag es vorkommen, dass ein Projekt aus dem Ruder läuft und das kann verschiedenste Gründe haben, von der Technik bis hin zu der Tatsache, dass man typischerweise bei einem Projekt sich um eine neue Sache kümmert und dort einfach Unvorhergesehenes passieren kann.
Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Mitarbeiter sich darüber aufregt, dass technische Herausforderungen ein Projekt verzögert oder verteuert. Die einzigen sie sich über technische Probleme, und die daraus resultierenden Zeit und Finanzprobleme aufregen, sind die Vorgesetzten. Der normale Mitarbeiter ist auf diese Dinge vorbereitet und eine Führungskraft versteht das.

Inkompetenz

Die Inkompetenz des Managements und der Politik, welche ich hier ankreide, ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass es scheinbar nicht mehr möglich ist, irgendeine Art von Dialog mit dem Management zu führen, und das mangement/die Politik dazu zu bekommen, den Technikern einmal zuzuhören – vom Verstehen ganz zu schweigen.

Dinge werden nicht dadurch besser, dass man sie ignoriert, sie werden auch nicht dadurch besser, dass man versucht sie weg zu diskutieren. Bisher hat sich die Physik, egal was sich irgendwelche Schwachmaten ausgedacht haben, nicht geändert.

Wiederherstellung des Vertrauens.

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, sind zwei mögliche Dinge passiert.

  1. Sie wissen ganz grob wovon ich spreche, und finden sich in der Situation wieder
  2. Sie sind fürchterlich angepisst darüber, dass ich Ihnen auf die Füße getreten bin.

Den Ersteren sei gesagt, dass es keine Patentlösung gibt, um aus der Situation herauszukommen, außer sich an technische Fakten zu halten und diese zu wiederholen. Mal die "Backen aufblasen" und ganz wichtig

WISSEN, dass man nicht alleine ist.

Den Letzteren sei gesagt, sie sollten einmal darüber nachdenken inwieweit sie überhaupt noch Bezug zur Realität haben.
Ich persönlich würde da - unter Bezug auf das angefügte Video sagen -

"Sie leiden unter einem stark ausgeprägten ökonomischen Hirnschaden"

Fachliche Diskussionen mit sogenannten Vorgesetzten führen mehr oder weniger nie zum Ergebnis. Sie können dann besser Geld in die Parkuhr einwerfen, die sagt wenigstens Tick, Tak.
Wenn Sie einen Vorgesetzten haben, gibt es nur die Möglichkeit aus dem Projekt auszuscheiden und zu sagen dass man gerne woanders arbeiten möchte. Vielleicht fällt es dann irgendwann dem Management auf, dass der so hoch Gelobte de facto überhaupt nicht dorthin gehört.

Fachliche Diskussionen mit Führungskräften sind immer sehr fruchtbar und machen, unabhängig vom Streitpotenzial, sehr viel Spaß.

Nutzen Sie es und unterstützen Sie Ihre Führungskräfte!

Ich fände es schön, wenn wir uns, mit positiven Nachrichten über das Projektgeschäft, melden könnten.

Einsendungen herzlich willkommen!